Lungenkrankheiten bei Kindern

ERS Lifetime Achievement Award für CPC-M-Wissenschaftler Matthias Griese

Eine bedeutende internationale Auszeichnung für die Kindermedizin: Prof. Dr. Matthias Griese, Leiter der Pädiatrischen Pneumologie am Dr. von Haunerschen Kinderspital, hat den Lifetime Achievement Award in Paediatrics 2026 der European Respiratory Society (ERS) erhalten.

Als Preisträger in der ERS-Kategorie Pädiatrie wird er für „ein Lebenswerk voller herausragender Leistungen auf dem Gebiet der Kinderheilkunde“ geehrt. Die Auszeichnung würdigt eine Karriere, die der Verbesserung von Diagnose, Behandlung und Zukunftsperspektiven von Kindern mit seltenen und schweren Lungenerkrankungen gewidmet ist.

Von Mukoviszidose zum gesamten Spektrum seltener Lungenerkrankungen

Unter der Leitung von Prof. Griese entwickelte sich die pädiatrische Pneumologie des Krankenhauses weit über ihren ursprünglichen Schwerpunkt auf Mukoviszidose hinaus. Heute ist sie ein umfassendes Überweisungszentrum für Kinder mit seltenen Lungenerkrankungen aus ganz Europa.

Im Jahr 2012 gründete er chILD-EU, ein internationales Register und eine Biobank für interstitielle Lungenerkrankungen im Kindesalter. Dort werden klinische Daten mit biologischen Proben verknüpft. Das hilft Ärztinnen und Ärzten, fundiertere Therapieentscheidungen für Kinder zu treffen, deren Erkrankungen so selten sind, dass es dafür oft keine etablierten Behandlungsleitlinien gibt.

Die molekularen Mechanismen der Lunge entschlüsseln

Ein zentraler Schwerpunkt seiner Forschung ist das pulmonale Surfactant-System, also das molekulare System, das für die Funktion der Lunge unverzichtbar ist.

Prof. Griese und sein Team entwickelten diagnostische Verfahren, darunter die Analyse von Surfactant-Proteinen aus der bronchoalveolären Lavage sowie den Nachweis von GM-CSF-Autoantikörpern im Serum. Diese Methoden haben zur spezialisierten Diagnostik seltener Lungenerkrankungen beigetragen.

Zu einer Zeit, als es nur wenige wissenschaftliche Belege für die Behandlung seltener pädiatrischer Lungenerkrankungen gab, halfen Prof. Griese und sein Team dabei, diese Evidenz aufzubauen. Sie initiierten die erste randomisierte kontrollierte Studie zu interstitiellen Lungenerkrankungen im Kindesalter und untersuchten dabei den Wirkstoff Hydroxychloroquin. Darüber hinaus war Prof. Griese an weiteren wegweisenden Studien beteiligt, darunter der ersten pädiatrischen Studie zum antifibrotischen Medikament Nintedanib.

Die nächste Generation fördern und das Fachgebiet mitgestalten

Mehr als 150 Doktorandinnen, Doktoranden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler wurden von ihm betreut und gefördert.

Darüber hinaus war Prof. Griese Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie sowie der Deutschen Mukoviszidose-Stiftung. Er leitet die ERS Task Force 2024-17, berät die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bei der Einstufung von Orphan Drugs und ist Principal Investigator am Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL).

Das gesamte Team des DZL, des CCRC und des Dr. von Haunerschen Kinderspitals gratuliert Prof. Griese und seinem Team zu dieser außergewöhnlichen Auszeichnung. Sein Engagement hat zu besseren Diagnosemöglichkeiten, neuen Therapieoptionen und neuer Hoffnung für Kinder mit den seltensten Lungenerkrankungen geführt – in München, in Europa und weit darüber hinaus.

Mehr über die Forschung von Prof. Griese:

Lancet Respiratory Medicine: Neue Erkenntnisse aus dem chILD-Register
dzl.de/en/news/pulmonary-fibrosis-in-children-new-insights-from-the-child-registry/

Griese Lab – Comprehensive Childhood Research Center (CCRC)
www.ccrc-hauner.de/research-labs/griese-lab/