Wie arbeiten Herz und Lunge zusammen, damit wir atmen können? Was genau passiert in den rund 300 Millionen Lungenbläschen, damit Sauerstoff rein und CO2 rauskommt?
Rund 35 Siebtklässler aus einer Münchener Mittelschule sehen und hören während des ersten Projekttages am LMU Klinikum Dinge, die hoffentlich hängenbleiben. Organisiert hat den Tag Amanda Tufman, stellvertretende Leiterin des Tumorzentrums am LMU-Klinikum Innenstadt und CPC-M-Wissenschaftlerin.
„Mich begeistert, wie neugierig die Schüler:innen sind“, sagt Tufman. „Viele haben Fragen gestellt, die man so im Unterricht nicht klärt.“ Zum Beispiel: Warum bleibt immer Luft in der Lunge, selbst wenn man komplett ausatmet? Die Antwort: Die restliche Luft stabilisiert wie ein Luftpolster die Lunge, damit sie nicht völlig zusammenfällt.
Denn Tufman geht es nicht nur um die Funktionen der Lunge oder um Krankheiten. Sie möchte, dass die jungen Leute einen Einblick bekommen in die Unmengen an Tätigkeiten, Berufen, Aufgaben und Engagements, die im Bereich Forschung und Medizin mit der Lunge zu tun haben – jenseits des Bildes, dass sie evtl. von Ärztinnen und Ärzten aus den Medien haben:
- Medizinisch-technische Assistentinnen, die die Lungenfunktion messen
- Pfleger, die sich in der Notaufnahme schnell um Patienten kümmern
- Arbeitsmediziner, die Risiken am Arbeitsplatz erklären
Früh zeigen, was möglich ist – für die spätere berufliche Karriere
Die Idee dahinter ist einfach: Wer früh sieht, wie vielseitig Medizin ist, kann sich später bewusst dafür entscheiden. Oder zumindest verstehen, was hinter Diagnosen, Forschung und Therapie steckt. Die Rückmeldungen von einzelnen Schüler:innen sind jedenfalls positiv, erste Praktika sind geplant.
Noch erfreulicher für die Organisatorin Tufman ist, dass das Projekt für die nächsten zwei Jahre weitergehen kann, dank einer Förderung der Josef Plainn-Stiftung aus München. Mit 80.000 Euro kann sie die Arbeit mit den Schulklassen ausbauen, mehr Workshops, mehr Einblicke, mehr direkte Begegnungen, und mehr Aufklärung über die Lungengesundheit.
Ihre Vision: Die Jugendlichen sollen so früh wie möglich die spannenden und erfüllenden Tätigkeiten im Umfeld von Lungenforschung und Lungenmedizin kennenlernen – und sich dann dafür entscheiden, wenn es nach Schule oder Ausbildung so weit ist!
Über die Josef Plainn-Stiftung:
Die Josef Plainn-Stiftung wurde in 2023 als gemeinnützige Verbrauchsstiftung von der Regierung von Oberbayern anerkannt. Den Grundstein für diese Stiftung hatte der Münchner Josef Plainn, der vor seinem Tod 2021 in Garching wohnte, mit seinem Testament gelegt. Selbst von der Krankheit betroffen, hat er festgelegt, dass mit einem Teil seines Vermögens die Forschung und das öffentliche Gesundheitswesen, vor allem im Bereich Lungenkrebs, gefördert wird.


